Außer Haus

Erfahrung und Fotobücher sagen uns: Die besten Landschaftsbilder machst du, wo du zu Hause bist. Du kennst die Gegend, die Möglichkeiten und Tücken, du kennst vor allem die Veränderungen, die das Licht bewirkt. Anders als auf Haiti oder Grönland kannst du ganz leicht wiederkommen, wenn es diesmal nicht geklappt hat. Nur dafür, was besonders ist – dafür verlierst du zu Hause bald das Gespür.

 

 

 

 

Deshalb: Besucht man eine fremde Stadt für zwei Tage, soll man die Kamera zwar mitnehmen, aber keine Illusionen hegen. Mehr als Glückstreffer werden nicht herauskommen.

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Was ist schlecht an Glückstreffern? Gewiss, das eine, das perfekte Bild, von dessen Vorstellung wir alle vorangetrieben werden wie von einer Fata Morgana: Das werden wir wohl auch dieses Mal nicht schießen.

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Wer nicht beruflich fotografiert, wird zudem selten alleine reisen, um sich ganz dem Fotografieren zu widmen. Wer es doch tut, wer sich unter manch Entbehrung schließlich ein derartiges Wochenende erarbeitet hat, dem geht es leicht wie den meisten Menschen, denen sich ein lang gehegter Wunsch plötzlich erfüllt: Es befällt sie eine seltsame Lähmung, die Ratlosigkeit einer Katze angesichts der gefangenen Maus. Alles ist da: die komplette Ausrüstung, die Zeit, die Freiheit, die Landschaft. Nur der Antrieb, der ist fort.

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Aber das ist ein anderes Thema. Die meisten von uns haben auf solchen Kurzreisen jemanden dabei, auf den es Rücksicht zu nehmen gilt. Wir können bestenfalls ein, zwei Stunden ungestörtes Fotografieren einplanen und müssen uns ansonsten mehr oder weniger mit Schnappschüssen begnügen.

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Aber auch das zeigt den Könner. Steht nicht ebenfalls in den Fotobüchern, man müsse die Kamera schnell und blind bedienen können? Bei diesen Gelegenheiten merken wir wieder mal, wie langsam wir sind. Tempo ist wichtig, auch für Stativfotografen. Es geht nicht um Hetze und Schludrigkeit, sondern darum, aus wenig Zeit das Beste herauszuholen; es geht darum, eben nicht ins Schludern zu kommen, auch wenn es schnell gehen muss. Dafür sind solche Trips ein gutes Training.

Dieses Mal in Köln.
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